Neues Surround-System von Klipsch

Gerade rechtzeitig zum letzten Wochenende ist eine Europalette mit HiFi-Equipment der Firma Klipsch von Lost in HiFi eingetroffen! Hurra!

Das neue System besteht aus:

Anzahl Typ Bezeichnung Infolink
2 Front RB-75 http://www.klipsch.com/product/product.aspx?cid=660
1 Center RC-7 http://www.klipsch.com/product/product.aspx?cid=365
2 Surround RS-7 http://www.klipsch.com/product/product.aspx?cid=367
1 Back Center RS-35 http://www.klipsch.com/product/product.aspx?cid=664
1 Subwoofer RW-12 http://www.klipsch.com/product/product.aspx?cid=654

Alle Komponenten sind in Schwarz, außer der RS-35 in Weiß *yuck*.

Bestehende Elektronik ist ein Yamaha RX-V1500 Verstärker und ein DVD-S1500 DVD-Player. Als Kabel kommen Oehlbach 4qmm zur Anwendung. Das gesamte restliche Setup, incl. Kabel und yadda yadda, gibt es auch zu sehen.

Alternativ angeschlossene Stereo-Boxen sind KEF-Q7 (die derzeitige Herstellerwebseite zeigt nur noch den Nachfolger iQ7 und funktioniert nur noch mit Flash *argh*).

Erste Eindrücke

Die Reihenfolge der Kommentare entspricht im wesentlichen der Reihenfolge des Auspackens.

Subwoofer RW-12

Ganz schön tief und schwer das Ding.

Anfangs war er akustisch auffällig unauffällig. Dann habe ich ein wenig an der Phaseneinstellung und Lautstärke herumgespielt. Mann-o-Mann! Mehr Subwoofer braucht kein Mensch! Dabei hat sich die fehlende taktile Komponente der Regler negativ herausgestellt: man kann ihre Einstellung nicht erfühlen. Dadurch muß man das Teil zum Einstellen ständig nach vorne wuchten und dahinterkrabbeln. Naja, ist ja nur für das Setup.

Ich hoffe, die Nachbarn vergeben mir den Flug des Nazgûls über die Sümpfe in Herr der Ringe, Zwei Türme und die Kanonenschüsse in Pirates of the Carribean und Master and Commander. Das rummst und rumpelt!

Für Audio-Genuß ist mir der Sub zu auffällig und zu wenig dynamisch. Besonders fiel der Sub auf bei einem Stück von „Sabotage Q.C.Q.C.?“, Platte „Sexploitation Cinema“, Lied 4 „No Escape“ auf. Das Stück hat anhaltende Basspassagen. Als ich nur mit den neuen Frontlautsprechern RB-75 hörte und per Verstärker alle Surround-Effekte abschaltete, war der Sound sehr klar und punktuell. Der Sub war zwischenzeitlich in den Sleep-Modus gewechselt. Dann habe ich am Verstärker auf Surround-Sound umgeschaltet. Der Sub ist daraufhin zum Leben erwacht und seitlich in die Musik hineingerumpelt. Netter Effekt, aber nicht angenehm zu hören. Zumal die harten schnellen Bässe von der großen Membran nicht adäquat umgesetzt werden, sondern sehr schwammig klingen. Wenn man den Pegel des Sub etwas zurückregelt, fällt er nicht mehr negativ auf.

Der Sub steht noch nicht richtig im Raum.

Frontlautsprecher RB-75

Fett. Sehr neckisch die magnetische Halterung der Frontblende. Einige der Kabelschrauben waren dermaßen fest angedreht, daß ich eine Knarre brauchte, um sie zu lösen. Das muß nicht sein. Die Kabelklemmen für das Double-Wiring sind sehr rutschig und nicht richtig festzubekommen. Naja gut.

Der Klang war zuerst sehr dumpf und baßlastig. Vielleicht lag dies an der Bodenaufstellung oder daran, daß die Boxen erst eingespielt werden mußten. Mittlerweile und nach Aufstellung auf akustisch entkoppelten Ständern ist der Klang sehr klar und hell, bei unglaublicher Positionierung. Sollte ich mal ein Musikstudio besitzen, werden das meine Monitor-Boxen. Die Musik klingt so, wie der Audio Ingenieur es beabsichtigte (oder so). Wahnsinn.

Front Mitte RC-7

Schon beim Auspacken habe ich das Ding „Der Dominator“ getauft, optisch wie akustisch. Riesig, schwer. Optisch gewaltig, akustisch auch. Er macht von sich hören. Bei sehr klarem Klang! Endlich versteht man geflüsterte Unterhaltungen bei Regen. Toll! So muß ein Center sein!

Surround Mitte RS-35

Äh-häm. Schockierend war schon mal die weiße Farbe. Die Verarbeitungsqualität wirkt einige Kategorien schlechter als die bisher gehandhabten Gerätschaften. Weitere Beschreibung im nächsten Abschnitt.

Vielleicht benutze ich die andere(n) mitgelieferte Box(en) als Presence-Boxen? Neeeh!

Surround Links/Rechts RS-7

Tröstet etwas über den RS-35 hinweg, aber kann beim ersten Eindruck gegenüber den RB-75 nicht wirklich überzeugen. Beim ersten Anfassen rippte ein wenig das Gitter am Rand. Ist das festgeklebt und ich habe unfreiwillig begonnen, es zu lösen? Oder ist das mit Klettverschlüssen festgemacht? Oder muß das so sein? Ich traue mich nicht, weiter daran herumzufingern.

Der Klang überzeugt dann aber total! Sehr klar und ausgewogen. Mit dem System hört man Regen wie er wirklich ist, sehr beeindruckend, insbesondere bei Master and Commander fiel dies sehr positiv auf.

Elektronik

Ich habe den Eindruck, das Klipsch-Boxensystem paßt deutlich besser zum Yamaha-Verstärker als die bisherigen KEF-Q7. Nicht nur sind die Klipsch bei gleicher Lautstärkeeinstellung lauter, sondern auch klarer in den Höhen.

Ohne Surround-Einstellungen am Verstärker, also direkter Kanalübertragung zu den Boxen, klingen die Klipsch im Stereo-Audio Modus sehr analytisch. Will man jede Nuance hören, sind die Klipsch RB-75 genau richtig. So richtig Spaß machen sie dabei nicht, die KEF-Q7 geben mehr Charakter und Wärme her, bei eher verwaschenerem Klangbild.

Schalte ich aber die DSPs des Verstärkers hinzu, ergibt sich mit den Klipsch schon im 2-Kanal-Stereo Modus ein deutlicher Charaktergewinn.

Mit vollem Surround-Equipment ergibt sich ein gewaltiger Klang, der gleichzeitig kristallklar und charaktervoll ist.

Sehr spannend ist der Zugewinn der Surround-Anlage bei 2-Kanal Video. Zu Beginn der ersten Folge der dritten Season der Enterprise Serie fliegt das Raumschiff direkt auf den Betrachter zu und dann „über ihn hinweg“. Unglaublich, aber mit dts Neo:6 Cinema DSP Matrix Decoder kommt das Ding wirklich akustisch erst von vorne und endet im hinteren Center. Toll!

Die eine oder andere dts und SACD Audio-Scheibe hört sich jedenfalls wahnsinnig an, trotz Dipol-Surrounds!

Intermezzo: DSPs

Nicht ganz einfach fiel mir die Beurteilung der DSPs für verschiedene Klangquellen. Dolby-Surround Pro Logic II – The Technology and the Sound gibt eine sehr schöne Analyse verschiedener DSPs, insbesondere wird Dolby Pro Logic II dem dts Neo:6 gegenübergestellt. Dem dort gefällten Urteil kann ich aber nur bedingt folgen.

Der genannte Artikel favorisiert Pro Logic II deutlich über dts Neo:6. Mir ist aber für Video das Klangfeld von Pro Logic II zu stark auf die hinteren Boxen gelegt. Das kann man zwar umprogrammieren, aber wer möchte das schon. Mit dts Neo:6 Cinema scheint mir der Klang wesentlich ausgewogener und nicht so rücklastig. Der Artikel kritisiert auch die starke Zweiteilung des Klangfelds bei dts Neo:6, was in meinen Ohren wiederum ganz angenehm klingt.

Eine wesentliche Rolle kann aber auch spielen, daß ich im Equalizer des Verstärkers die hinteren Boxen etwas stärker betont habe, damit im normal abgemischten Surround-Film-Sound die hinteren Boxen eine wahrnehmbare Rolle spielen. Vielleicht ist genau diese Anhebung Grund für die Überbetonung bei Pro Logic IIx.

Noch nicht klar ist mir, ob ich für Zweikanal-Audio-Eingangssignal lieber den DSP 2-Kanal Klang, die 7-Kanal Stereo-Aufweitung, oder eines der beiden Musikprogramme Pro Logic IIx Music bzw. dts Neo:6 Music leiden kann. Zwischen Pro Logic IIx Music und dts Neo:6 Music tendiere ich erstaunlicherweise und im Widerspruch zum Video-Klang eher zum PLIIx DSP. Die Tests gehen weiter…

THX kann ich leider nicht wirklich testen, da schon die Aufhängung der Boxen nicht THX-konform ist. Dazu müßten sich z.B. die Dipole rechtwinklig neben der Sitzposition befinden. Ich weiß auch nicht, ob mir bei z.B. „Pirates of the Carribean“ die DSP Einstellung „dts“ oder „THX+dts“ besser gefällt. Toll.

Verarbeitungsqualität

Der Center hat eine leichte Delle an der Seite. Ein Frontlautsprecher hat eine kleine weiße Schramme oben, vorne (natürlich).

Die Aufhängung der Surrounds an einer (bei den RS-7 zwei) popeligen Schraube platt an der Wand finde ich leicht enttäuschend, da hätte ich mehr erwartet, und vor allem akustische Entkoppelung. Schwach. Amerikanisch?

Die Bohrung in den Pfosten zur Befestigung der Kabel sind sinnvoll. Aber ich frage mich, warum man nicht eine „Halbbohrung“ findet, also ein Loch, welches nicht mittig und damit an allen Seiten abgeschlossen liegt, sondern eine Seite offen läßt. Dann hätte man nicht den ewigen Fall, daß die eine oder andere Litze des Kabels am Rand der Bohrung hängenbleibt, sich querstellt, zu schlechtem Kontakt und möglichem Kurzschluß führt. Wäre trivial zu implementieren.

Klangmaterial

Das folgende Klangmaterial liegt obigen Aussagen zu Grunde:

Video

  • Pirates of the Caribbean (THX/dts)
  • Master and Commander (DD5.1)
  • Lord of the Rings: Two Towers (dts-es)
  • Underworld (DD5.1)
  • Star Trek: Enterprise (Season 3) ((HDTV?) TV-Quelle, Stereo)

Audio (Stereo)

  • Diamanda Galás: Vena Cava
  • Estampie: Ondas
  • Capella Bambergensis: E Dame Joli
  • Klaus Schulze: En=Trance
  • Dream Theater: A Change of Seasons
  • Ayreon: Actual Fantasy
  • Tool: Lateralus
  • Tori Amos: Tales of a Librarian
  • Sarah McLachlan: Surfacing
  • Leaether Strip: The Rebirth of Agony
  • Sabotage Q.C.Q.C.?: Sexploitation Cinema

Audio (Multikanal)

  • Fellowship of the Rings: Complete Sound Recordings (DD5.1)
  • Porcupine Tree: In Absentia (DVD-A and dts, 48k/24bit)
  • The Fabulous Thunderbirds: Live Feb 16th 2004, Los Angeles (DVD-A and dts, 96k/24bit)
  • Mostly Autumn: At the Grand Opera House (SACD via DVD analog out)

Fazit

Klipsch: Toll! Alle hier geschriebene Kritik ist natürlich „Leiden auf hohem Niveau“ (O-Ton Micha von Lost in Hifi :-).

Video

Der Hammer! Allerdings fällt der Back Surround RS-35 vom Klangbild her zu den RS-7 ab.

Audio

Im unmodifizierten Stereo-Modus sind die Frontboxen RB-75 sehr exakt, sehr analytisch, sehr hell, kalt. Mit Stereo-DSP charaktervoller. Mit Surround-DSP sehr angenehm. Selbst die Surroundlautsprecher RS-7 geben einen grandiosen Audio-Klang wieder, wenn auch diffus durch die Dipolanordnung! Der Sub ist für Audio zu „subbig“ 🙂

Distanzierung

Die Klangqualität ist natürlich ÜBERHAUPT NICHT mit „gut“ Ergebnissen in der üblichen Aldi- oder MediaMarkt-Kategorie vergleichbar, wie sie z.B. in einem jüngst veröffentlichten Test zu lesen ist: „Wer Kino zu Hause erleben will, muss für eine gute Anlage mehr als 350 Euro investieren“. Wenn ich den Artikel richtig deute, sind in dem Preis 5.1 Boxen, Verstärker und DVD-Player enthalten.

Jaja, „mehr als“ ist schon richtig…

Nächste Schritte

  • Ersatz der RS-35 durch eine RS-7.
  • Positionierung des RW-12 wechseln.
  • Die verschiedenen DSPs ausprobieren und bewerten.
  • GENIEßEN!!! Surround-Filme, Musik neu durchhören, Nachbarn entschädigen, Freunde einladen.
  • Gegen Micha beim Carambolage verlieren.

Dank

An Micha von Lost in Hifi für die gute Empfehlung und den tollen Service!

Nachtrag

Mit diesem Wahnsinn kann sich meine neue Anlage zwar nicht messen, dafür habe ich aber meine Ohren noch! 🙂

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