Lake Tahoe, 27.10.2007

Die Nacht war ein wenig unruhig, aber nicht so schlimm, wie befürchtet.

(Die Bilder sind hier.)

Die Managerin schmeißt mich um 10:40 aus dem Bett, in zwanzig Minuten muß ich aus dem Zimmer sein. Na gut, Turboduschen und nichts wie raus aus der Stadt.

Ich fahre über die US 431 und den Mount Rose Paß in 8900 Fuß Höhe. Dort steige ich aus und beginne, einen Wanderweg zu laufen. Da ich aber für den unbefestigten Steilweg nicht ausgerüstet bin und nach dem ausgefallenen Frühstück auch keine Lust auf 26 Meilen wandern habe verzichte ich auf dieses Abenteuer.

Von Norden aus fahre ich an den Lake Tahoe heran und umrunde ihn im Gegenuhrzeigersinn. Ganz schön schön! Ein wenig fühle ich mich an Irland erinnert. Nur endet dort die halbspurige Straße am See entlang irgendwann im nichts. Hier führt eine mehrspurige Straße herum und überall stehen Häuse und Strommasten. Ich knipse viel zu viele Fotos und mache Panoramafotos und Filme und noch mehr Fotos.

Bei Kings Beach latsche ich ein wenig am Strand herum. An der Emerald Bay knipse ich wieder wie wild. Ganz schön voll hier, es ist kaum möglich, auf dem Besucherparkplatz einen Platz zu finden.

Ich besuche die Tallac Historic Site, die offiziell geschlossen ist, aber man kann trotzdem herumlaufen. Dort stehen restaurierte Sommerresidenzen von ~1910. Es ist sehr schön hier, die Luft ist klar und riecht nach Holz, mangels Besuchern ist es schön ruhig.

Lustigerweise stehen öfter an Straßenecken Leute mit Werbeschildern herum, die sie mehr oder weniger motiviert herumwackeln. Der coolste ist aber ein Hippie-Typ mit altem Buntwagen im Hintergrund, der an einer Ecke im Süden von Lake Tahoe steht und ein Schild gegen Bush und Cheney hochhält, der Krieg im Irak sei vorbei! Das ist doch gelebte Demokratie. Bringt nix, aber so ist das eben.

An einem der vielen Halte zum Fotografieren sitze ich noch etwas im Auto und plane meine Route. Da blinkt es hinter mir. Ein anderer Autofahrer wurde aus dem Verkehr gezogen, dahinter der Polizeiwagen mit lustigem Blinklicht. Schon wieder wie im Film.

Über die I50 fahre ich nach Carson City und kehre in einem Motel 6 ein. Gegenüber 1992 hat sich das Corporate Design geändert, jetzt gehört es zur Accor Kette. Die Nacht ist günstiger als in Reno und der Raum geräumiger.

Nebenan nehme ich ein fettes Dinner und fahre dann nach Carson City hinein. Dort stelle ich fest, dass heute „Nevada State Day“ ist, oder besser war. Das erklärt über den Samstag hinaus die vielen Besucher am Lake Tahoe. Diverse Bühnen werden gerade abgebaut, die Stimmung ist sehr Bierseelig.

Ich gehe die hiesigen (beiden) Casinos abchecken, das Nugget ist sympathischer als die Kästen in Reno. Es ist nicht so überlaut, die Leute sind normaler und es gibt sogar einen abgetrennten Pokerraum, in dem es einigermaßen ruhig ist. Die Leute wirken auch umgänglicher, das Personal ist freundlich und hilfsbereit.

Auf das gerade laufende Limit-Spiel habe ich keine Lust, es ist auch schon voll. Regelmäßig gibt es abends Turniere, aber nur Sonntag bis Donnerstag. Täglich um 10 Morgens finden welche statt, aber das werde ich wohl nicht schaffen. Der Schedule beginnt mit 25-50 bei 1000 Chips (M=20), die Blinds verdoppeln sich alle 15 Minuten, also Super-Turbo! Buyin ist 20$.

Zurück im Hotel nehme ich Kontakt mit dem Autovermieter auf, weil heute der elektronische Türschlüssel zunehmend versagte, beim Parken eben vor dem Motel konnte ich nicht mehr abschließen. Nun muß ich morgen eine neue Batterie einsetzen lassen.

Den Rest des Abends verbringe ich vor der Glotze und erhole mich. Lange geht das nicht gut, ungefähr viertel vor zehn schlafe ich ein.

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